Archiv der Kategorie: Retail

Wie sieht die Kasse der Zukunft aus?

Das EHI Retail Institut hat gerade die Studie „Kassensysteme 2012“ veröffentlicht. 61 Handelsunternehmen standen dabei Rede und Antwort. Zu den Trends zählen Green-IT, Touchscreens und kontaktlose Bezahlverfahren.

Wissen Sie, wie lange eine Kasse beim Händler steht? Im Schnitt 5,4 Jahre – dann ersetzt er sie. Die Software hat eine längere Lebensdauer: sie schafft es immerhin knapp sieben Jahre. Und worauf achten Unternehmen beim Neukauf? Besonders auf die Umweltfreundlichkeit. Unter „Green IT“ verstehen sie dabei aber weniger das Ziel, Energiekosten zu sparen, als vielmehr die Investition in nachhaltige Produkte. Und auch Touchscreens erfreuen sich zunehmender Beliebtheit: Kein einziges Unternehmen des Panels möchte in Zukunft darauf verzichten. Sie alle sind von den Vorteilen gegenüber der Tastatur überzeugt.

Die Unternehmen wünschen sich in Zukunft mehr Funktionalitäten. Ein Beispiel: Der Unterhaltungselektronik-Markt „Euronics“ druckt schon heute auf jeden Kassenbon einen QR-Code. Scannt der Kunde ihn mit dem Smartphone, so gelangt eine digitale Kopie des Kassenbons auf seinen Kunden-Account. Er kann das Papier dann getrost wegschmeißen. Händler legen einen weiteren Focus auf mobile und kontaktlose Bezahlverfahren. Das hat die Messe EuroCIS gezeigt: Itellium und Paypal warben für das Bezahlen mit dem Handy, die Sparkassen für Karten mit Funkchip. Für den Handel ist längst nicht klar, wohin die Reise geht. Fest steht aber: Die Zukunft des Bezahlens ist kontaktlos.

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EuroCIS 2012: Unternehmen wetteifern um unser Funkgeld

Die Messe EuroCIS in Düsseldorf war spannend. Ein klarer Trend: Nach Kleingeld wühlen – das wollen uns Unternehmen in Zukunft ersparen. Stellen Sie sich vor: Sie schlendern durch den Supermarkt, scannen mit Ihrem Smartphone die QR-Codes aller Artikel, die Sie in den Einkaufswaagen legen und bestätigen an einem Kassenterminal die Bezahlung mit Ihrer Telefon- und PIN-Nummer. Ganz ohne Personal, ganz ohne lange Wartezeiten. Dieser Bezahldienst schwappt nach Europa, seitdem Itellium und Paypal bei den EHI-Technologietagen im November in Köln eine strategische Partnerschaft verkündet haben. Kunden bezahlen über ihr Paypal-Konto, ohne dem Händler Bankdaten preiszugeben. Denn Paypal hat Bankenstatus erlangt und gibt Händlern eine Zahlungsgarantie.

Google bietet den Bezahldienst „Wallet“ an. Das funktioniert folgendermaßen: Sie brauchen als Erstes ein Kreditkartenkonto von Mastercard. Wenn Sie nun vor einem Cola-Automaten mit Paypass-Logo in den USA stehen, geben Sie im Smartphone Ihren persönlichen PIN ein und schalten damit Ihre virtuelle Kreditkarte frei. Das Smartphone kommuniziert nun über einen Funkchip mit dem Cola-Automaten. Sie bestätigen die Zahlung und erhalten Ihre Erfrischung. Irre, oder?

In Deutschland ist das kontaktlose Bezahlen mit Paypass übrigens seit Oktober 2011 in allen 446 Douglas-Parümerien sowie 700 Filialen von Hussel, Christ, Thalia und Appelrath-Cüpper möglich.

Hygiene: Foodwatch kritisiert deutsches Kontrollsystem

Es gibt neue Statistiken zur Hygiene in deutschen Lebensmittelbetrieben. Sie stammen vom Bundesamt für Verbraucherschutz (BVL). Kontrolleure hatten in 2010 rund 530.000 Betriebe untersucht, bei 26 Prozent stellten sie Verstöße fest und leiteten Maßnahmen ein.

Foodwatch kritisiert das deutsche Kontrollsystem. Dass die Kontrolleure wie jedes Jahr jeden vierten Betrieb beanstanden mussten belege eindrucksvoll, dass das „geheimniskrämerische“ Kontrollsystem scheitert. Foodwatch schlägt vor, die Ergebnisse der Kontrollen direkt am Eingang von Gaststätten, Bäckereien und Supermärkten anzubringen. Erst dann habe der Kunde die Möglichkeit, zwischen guten und schlechten Betrieben zu unterscheiden. Ob mit einer Hygiene-Ampel oder dem dänischen Smiley-System, das ist der Verbraucherorganisation egal.

Verbraucher beobachten kritischer denn je, wie Thekenmitarbeiter mit Lebensmitteln umgehen, erklärt der Bizerba Hygiene-Experte Ralf Steinhilber. Besonders wichtig sei es, hygienisch zu schneiden.  Der Kunde selbst müsse das Gefühl haben, die Schneidemaschine problemlos reinigen zu können. Moderne Geräte seien deshalb so konstruiert, dass sich alle Komponenten bequem erreichen und reinigen oder schnell demontieren ließen.

Und worauf achten Sie, wenn Sie einkaufen?

Die süße Krise

Der deutschen Süßwarenindustrie geht der Zucker aus. Die ersten Hersteller müssen bereits Export-Aufträge ablehnen. Der Bund der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) macht unter anderem das planwirtschaftliche Quotensystem der Zuckermarktverordnung verantwortlich. Dieses regelt, dass die EU selbst nur 85 Prozent des benötigten Zuckers herstellen darf, während Drittländer die restlichen 15 Prozent importieren. Ist das nun gut oder schlecht? Darüber streiten die Experten derzeit. Der EU-Agrarkommissar Dacia Ciolos plant, das System bis 2015 auslaufen zu lassen.

Der BDSI geht davon aus, dass dadurch mehr Wettbewerb in den europäischen Zuckermarkt kommt, und dass sich die starken Preisschwankungen entsprechend beruhigen. Auch das Infozentraum Zuckerverwender (IZZ) ist der Meinung, es sei nun Zeit, der Globalisierung Rechnung zu tragen. Entsprechend müsse man den deutschen Zuckerverwendern mittelfristig den freien Zugang zum Weltmarkt gewähren. Als Erste-Hilfe-Maßnahmen schlägt das IZZ vor, der Lebensmittelindustrie und der Getränkewirtschaft bei der Zuckerverteilung Vorrang zu gewähren und den Unternehmen auch den so genannten Nicht-Quoten-Zucker zur Verfügung zu stellen, der eigentlich zum Export gedacht war.

Die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ) ist übrigens ganz anderer Meinung. Die jetzige Zuckermarktordnung sei ein Garant für ein hohes Maß an Versorgungssicherheit. Sie erlaube es, effektiv und flexibel sowohl auf Überschuss-, als auch auf Knappheitssituationen zu reagieren. Würden die Produktionsquoten aufgegeben, so würden die Preisschwankungen auf den internationalen Märkten auf die Rüben- und Zuckererzeuger durchschlagen – und auch auf die europäischen Verbraucher.

Interessieren Sie sich für Mobile Payment?

Das Handy können wir mittlerweile für fast alles benutzen. Erst neulich erzählte mir ein Bekannter, dass er beim Joggen über sein Smartphone Kontakt mit Facebook hält. Drückt ein virtueller Freund den „gefällt mir“-Button unter der Nachricht, dass er gerade sportlich aktiv ist, so erhält mein Bekannter einen Applaus, der aus dem Lautsprecher des Handys dringt. Unglaublich. Irgendwann wird das Handy auch ein flächendeckendes Zahlungssystem sein. Doch auf dem Weg dahin gibt es immer wieder Schwierigkeiten.

Das Marktforschungsunternehmen GfK hat in einer Studie herausgefunden, dass sich hierzulande rund die Hälfte der Bürger für das Thema Mobile Payment interessieren. Bei den Chinesen sind es über 80 Prozent, unter anderem weil flächendeckende Zahlungssysteme dort weit weniger etabliert sind. Bei uns muss das Handy gegen EC- und Kreditkarte ankommen. Laut Studie hat es dabei die größte Chance bei Männern zwischen 16 und 24 Jahren: Hier liegt der Wert der Interessenten bei 75 Prozent. Er sinkt in der Altersgruppe 25-54 auf 58 Prozent und läuft gegen Null bei Befragten ab einem Alter von 55 Jahren.

Damit sich Mobile Payment etablieren kann, ist also zum Einen das aktive Interesse des Verbrauchers notwendig. Zum Anderen ist die Zusammenarbeit der Netzbetreiber, Finanzinstitute und Hersteller der Mobiltelefone gefragt. Hier kritisieren Experten immer wieder, dass Wertschöpfungsnetze und Verfahrensentwicklung in den westlichen Märkten keinem ganzheitlichen Ansatz folgen.

Auch Bizerba verkauft nicht mehr nur Produkte, sondern auch das Know-How von weltweiten Partnerunternehmen. Hard- und Software sind nach offenen Standards konzipiert und lassen sich um Komponenten von Drittanbietern erweitern. Zum Beispiel hat Bizerba zusammen mit Valuephone eine Mobile-Payment Lösung entwickelt. Anstatt wie gewohnt mit der EC-Karte, kann der Kunde mit dem Smartphone per Online-Lastschriftverfahren bezahlen. Mehr zu diesem Thema finden Sie hier [Link]

Es wird sich zeigen, wohin diese spannende Reise noch gehen wird…

Film „Taste The Waste“ liefert schockierende Erkenntnisse

Derzeit läuft der Film „Taste The Waste“ in den deutschen Kinos. Er thematisiert die weltweite Lebensmittelverschwendung und liefert schockierende Erkenntnisse: Allein die Deutschen werfen jährlich 15 Millionen Tonnen Lebensmittel in den Müll. Und das Essen, das alle Europäer zusammen wegwerfen, würde gleich zweimal reichen – für alle Hungernden dieser Welt.

In einer Forsa-Umfrage des Bundesverbraucherministeriums geben 58 Prozent der Befragten an, dass sie regelmäßig Lebensmittel wegschmeißen, und das aus mehreren Gründen: In 84 Prozent der Fälle ist das Haltbarkeitsdatum abgelaufen und die Ware verdorben, 19 Prozent nennen zu große Verpackungen als Hauptgrund. 16 Prozent der Befragten schmeißen Lebensmittel weg, die ihnen nicht schmecken, und immerhin 69 Prozent haben dabei ein schlechtes Gewissen. Ausführliche Verbraucher-Informationen, wie man Lebensmittelabfälle vermeidet, gibt es unter www.jedesmahlwertvoll.de

Auch die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie meldet sich zu Wort: Die Unternehmen seien derzeit darum bemüht, stärker mit dem Handel zusammenzuarbeiten, um den Lebensmittelverderb zu reduzieren. Man optimiere unter anderem die Warenwirtschaftssysteme, um es zu ermöglichen, das Lebensmittelangebot bedarfsgenau zu steuern. Und tatsächlich stellt der zunehmende Anteil von Frischwaren die Lebensmittelhändler vor große Herausforderungen.

Es gilt Warenströme zentral zu verwalten, in Echtzeit zu steuern und an die jeweiligen lokalen Verkaufsbedingungen anzupassen. Das schafft man erst mit modernen Warenwirtschaftssystemen, die den Händlern Verkaufszahlen in Echtzeit übermitteln, so dass diese mit Preisänderungen reagieren und somit den Verderb reduzieren können.

Aber auch wir als Verbraucher müssen etwas an unserer Einstellung ändern. Denn ein Großteil der Lebensmittel schaffe es nicht ins Regal, weil ihre Eigenschaften unserem Nachfrageverhalten zuwiderlaufen. Wir verlangen – mittlerweile schon unbewusst -, dass Kartoffeln klein, rund und ebenmäßig sein, dass Äpfel einen größeren Durchmesser als 5 Zentimeter haben sollen. Oder nicht?

Nachfrage nach Etiketten übertrifft Vorkrisenniveau – Doch ein Dilemma bleibt…

Von Marc Büttgenbach (Sales Director Labels and Consumables bei Bizerba)

Für die Etiketten-Hersteller geht es weiter bergauf: Im Jahr 2010 hat sich die Nachfrage stark erholt und somit das Vorkrisenniveau sogar übertroffen. Das Gesamtvolumen betrug unglaubliche 5,7 Milliarden Quadratmeter, das bedeutet einen Zuwachs von 11,4 Prozent im Vergleich zu 2009 und sogar einen Zuwachs von 3,5 Prozent gegenüber dem Rekordjahr 2007. Mitte des Jahres verzeichneten die Hersteller den niedrigsten Absatz aller Zeiten.

Besonders die Nachfrage in Ost- und Südeuropa stieg rapide an: Beide Regionen verzeichneten ein zweistelliges Wachstum von 20,6 und 13 Prozent. Die Türkei, Russland, Bulgarien und Rumänien erreichten ein durchschnittliches Wachstum von über 20 Prozent.

Aber es bleibt ein Dilemma: Denn obwohl sich die Umsätze stark erholen, lassen sich die steigenden Rohstoffpreise im aktuellen Marktumfeld nicht auf die Kunden übertragen. Sie sind an die niedrigen Preise aus der Krisenzeit gewöhnt, und viele Marktteilnehmer bleiben bei diesen Preisen. Diesen Trend beobachte ich nicht nur bei Etiketten, sondern auch bei flexiblen Verpackungen und Kartonagen.

Zwischen Januar 2010 und Januar 2011 stieg der Richtpreis für Faserstoff um bis zu 25 Prozent an, während die Harze für LDPE, PP und PET um bis zu 35 Prozent teurer geworden sind. Diese sind für Folienetiketten unverzichtbar. Die Preise der Polymere für Klebstoffe sind sogar um bis zu 75 Prozent gestiegen, und auch die Farbenzulieferer haben eine Erhöhung von bis zu 30 Prozent angekündigt. Eine schwierige Lage, die es zu lösen gilt…