Archiv der Kategorie: Supermarkt

Damit rohes Fleisch nicht zur Gesundheitsgefahr wird

Rohes Fleisch zu essen ist nicht ungefährlich. Das bestätigt auch eine aktuelle Studie des Robert-Koch-Instituts. Denn rohe Lebensmittel sind häufig mit Krankheitserregern belastet, die schwere Darminfektionen auslösen. Und das kann besonders für immungeschwächte Menschen, Schwangere und Kinder zur ernsthaften Gefahr werden. Diese Risikogruppen sollten daher die Finger von rohem Fleisch lassen.

Besonders für Hackfleisch gelten strenge Richtlinien für die Lagerung. Denn die große Oberfläche bietet Mikroorganismen ideale Vermehrungsbedingungen. Man sollte es daher möglichst am Tag des Einkaufs verbrauchen und gut durchbraten. Sie schützen sich weiterhin, wenn sie Fleisch und Geflügel vor dem Verzehr ausreichend garen – bis der austretende Fleischsaft klar ist und das Fleisch eine weißliche (Geflügel), graurosa (Schwein) oder graubrane Färbung (Rind) angenommen hat. Die Innentemperatur sollte mindestens für zwei Minuten 70° C betragen. Wie Sie das prüfen? Zum Beispiel mit Hilfe eines Fleischthermometers.

Wichtig ist auch eine gute Küchenhygiene. Für rohe und gegarte Lebensmittel sollte man möglichst verschiedene Küchenutensilien verwenden und diese vorher mit heißem Wasser und Spülmittel reinigen. Es ist auch ratsam, für das Schneiden von Fleisch und Geflügel ein anderes Schneidbrett zu verwenden, als für Obst und Gemüse. Natürlich sollte man auch die Hände nach dem Kontakt mit rohen Lebensmitteln sofort gründlich waschen, um eine Kreuzkontamination zu vermeiden.

Lebensmittel gehören nicht auf den Müll

Das ist schon dekadent: Jeder Mensch in der EU wirft jährlich rund 179 Kilogramm Essen in den Müll. Das sind insgesamt 89 Millionen Tonnen. Das sind aktuelle Zahlen einer Studie der Europäischen Kommission (Quelle: EK). Bis 2020 sei ein Anstieg um 40 Prozent zu erwarten, deswegen sei es Zeit gegenzusteuern. Genau das will die Kommission versuchen und die Verschwendung bis 2025 um die Hälfte reduzieren.

Grundsätzlich sind alle Akteure der Lebensmittelkette an der Verschwendung beteiligt: Erzeuger, Hersteller, Einzelhändler, Catering-Unternehmen und Verbraucher. Aber der größte Teil der weggeworfenen Lebensmittel stammt aus Privathaushalten. Das zeigt eine Forsa-Umfrage (Quelle: BMELV). Bundesministerin Aigner ruft daher dazu auf, mit Lebensmitteln bewusster umzugehen, den Einkauf sinnvoll zu planen, Lebensmittel richtig zu lagern und mit Resten zu zaubern.

Der Handel experimentiert derweil mit neuen Warenwirtschaftssystemen, mit kürzeren Dispositionsrhythmen, kleineren Bestelleinheiten und regionalen Beschaffungssystemen mit kürzeren Lieferwegen. In der Gastronomie zählt zu den Ursachen, dass oft nur eine Portionsgröße existiert und es sich in Europa bislang nicht durchgesetzt hat, sich Speisereste für zu Hause einpacken zu lassen. Auch hier ist Umdenken gefragt!

Die Grippewelle naht – Hygiene wichtiger denn je

Es wird kalt und die jährliche Grippewelle naht – doch begonnen hat sie noch nicht, sagen die Experten des Robert Koch Instituts. Letztes Jahr sind etwa 2,1 Millionen Deutsche mit einer Influenza zum Arzt gegangen und in der Regel verläuft eine Erkrankung ohne schwerwiegende Komplikationen. Doch es gibt Risikogruppen: chronisch Kranke, Menschen über 60 und Schwangere. Und denen empfehlen die Experten dringend eine Schutzimpfung.

Der Virus wird in 77 Prozent der Fälle innerhalb des Haushaltes übertragen. Eine Ansteckung erfolgt meistens durch Tröpfchen, die der Infiziert übers Niesen oder Husten auf die Schleimhäute der Atemwege einer anderen Person überträgt. Die persönliche Hygiene ist deswegen besonders wichtig. Erkrankte sollten sich häufig die Hände waschen, in den Ärmel husten oder niesen und möglichst Einwegtaschentücher verwenden und frühzeitig entsorgen, damit diese nicht zur Virenschleuder werden.

Auch Thekenmitarbeiter sollten demonstrieren, dass sie Lebensmittel hygienisch verarbeiten, wollen sie in dieser Zeit das Vertrauen der Kunden gewinnen. Dazu zählt eine gute persönliche Hygiene, häufiges Händewaschen und eventuell das Tragen von Schutzhandschuhen. Und auch die Theke selbst und die Schneidemaschinen sollten augenscheinlich sauber sein. Hierfür gibt es bei Bizerba spezielle Schaumreiniger, mit denen Mitarbeiter Bakterien, Schmutz und Fett entfernen können.

Wie beurteilen Sie beim Einkaufen die Hygiene eines Ladens?

Welches Image hat die Lebensmittelwirtschaft bei den deutschen Verbrauchern?

Die Lebensmittelzeitung (heutige Ausgabe) geht dieser Frage in einer aktuellen Studie nach und hat sieben Konsumenten an einen runden Tisch zum Interview gebeten. Der Verlauf war voller Emotionen: Teilnehmer redeten sich in Rage, machten ihrer Resignation Luft, beklagten Mogelpackungen, Dioxin und Strahlung in den Lebensmitteln.

Zum Glück ist Hopfen und Malz noch nicht verloren: Die Teilnehmer machten Vorschläge, wie man wieder gegenseitiges Vertrauen aufbauen könnte. Hersteller und Händler sollten Inhaltsstoffe deutlicher kennzeichnen, klar angeben, wo die Produkte herkommen und auch die Wege der Lebensmittel transparent machen. Auch gut geschultes Personal schaffe Vertrauen. Doch hier tritt das bekannte Problem zu Tage, dass viele Läden zu wenig Personal für ihre Größe haben. Bizerba Technik kommt ihnen hier entgegen: Verkäufer sehen auf den Displays moderner PC-Waagen Artikelinformationen ein und nehmen an e-learnings teil, um ihr Fachwissen im Umgang mit Lebensmitteln zu vertiefen.

Auch der Psychologe Jena Lönneker vom Marktforschungsunternehmen rheingold versuchte in einer Studie herauszufinden, wie sich die Einkaufshaltung der Verbraucher vor dem Hintergrund von zahlreichen Lebensmittelskandalen verändert hat. Er führte über 1.000 Interviews durch. 82 Prozent der Befragten erwarteten, dass die Häufigkeit von Skandalen sogar noch zunehmen würde, einige sehen darin ein Zeichen, dass die Gesellschaft aus den Fugen gerate und dass es Zeit sei für neue Regeln. Was denken Sie?

Aldi ruft Bergkäse der Tirolmilch GmbH zurück

Listerien machen schon wieder Schlagzeilen: Die Tirolmilch GmbH ruf Käsesorten zurück, in dessen Rinde das Unternehmen Bakterien der Gattung Listeria gefunden hat. Betroffen seien der Bergkäsen, der Andreas Hofer Jubiläumskäse und der Alpenmark Österreichischer Bergkäse. Halbe Entwarnung: Das Innere des Käses sei zumindest nicht betroffen. Aldi Nord bittet daher darum, die Produkte mit den Mindesthaltbarkeitsdaten 27.12.2012, 03.03.2012, 04.03.2012, 10.03.2012 und 11.03.2012 in die Filialen zurückzubringen.

Listerien finden sich fast überall in unserer Umwelt und im Grunde sind sie harmlos. Sie stellen aber für immungeschwächte Menschen und Schwangere ein ernstes Gesundheitsrisiko dar. Eine Erkrankung, die so genannte Listeriose, äußert sich durch starkes Fieber, Übelkeit und Erbrechen. Es kommt schlimmstenfalls zu Hirnhautentzündungen und einer Blutvergiftung.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung erklärt, was wir tun können, um uns zu schützen. Ein besonderes Merkmal der Listerien sei ihre Fähigkeit, sich auch unter ungünstigen Bedingungen zu vermehren – etwa bei niedrigen Temperaturen im Kühlschrank. Durch Kochen, Brauten und Pasteurisieren ließen sich die Bakterien aber töten. Wichtig: Das Lebensmittel muss im Inneren für mindestens zwei Minuten 70° C heiß werden. Schwangere, Senioren und abwehrgeschwächte Menschen sollten zudem keine Lebensmittel von Tieren roh verzehren, geräucherte und marinierte Fischerzeugnisse meiden, Käserinden immer entfernen, darüber hinaus Blattsalate frisch zubereiten und Lebensmittel generell weit vor Ablauf dem angegebenen Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) verbrauchen.

Viele Händler und Konsumenten zeigen sich aber beim Urteilen verunsichert, weil das MHD eine nur sehr allgemeine Aussage macht. Hier kommen so genannte Frischeindikatoren wie das OnVu-Etikett ins Spiel: Je länger Spediteure, Händler und Verbraucher das Produkt warm lagern, desto schneller entfärbt sich die blaue Pigmentfarbe im Inneren des Thermometer-Symbols. Ist es heller als die Umgebungsfarbe, ist das Produkt ungenießbar. Das Etikett ist somit eine wertvolle Hilfe für das MHD.

Hackfleisch unter der Lupe

In Deutschland gibt es den so genannten Bundesweiten Überwachungsplan (BÜp). Er regelt, welche Art von Betrieben es vor dem Hintergrund welcher Fragestellung zu untersuchen gilt. Je 1.000 Einwohner müssen Kontrolleure bundesweit dann fünf Proben nehmen. Bei einer Bevölkerungszahl von 82 Millionen entspricht dies etwa 37.000 Proben pro Jahr.

Im Jahr 2010 haben die Kontrolleure im Rahmen des BÜp unter anderem verpacktes Hackfleisch im Einzelhandel unter die Lupe genommen. 10 Prozent der Proben wiesen einen Keimgehalt von 107 KbE/G auf, das sind 107 so genannte „Kolonien bildende Einheiten pro Gramm“, und zwar noch bevor sie das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) erreicht hatten. Dieses Ergebnis deute darauf hin, so die Experten, dass Händler die die Lagerung des Hackfleisches teilweise falsch einschätzten.

Was könnte die Konsequenz hieraus sein? Nun, es gibt bereits Technologien, die das MHD konkretisieren und Händlern sowie Verbrauchern unter die Arme greifen. Zum Beispiel so genannte Frischeindikatoren, Etiketten mit einer Pigmentfarbe, die sich umso schneller entfärbt, je länger das Produkt warm gelagert wird. Ist sie heller als die Umgebungsfarbe, ist das Produkt ungenießbar.

Wäre ein solches Etikett für Sie eine Hilfe?

Hygiene: Foodwatch kritisiert deutsches Kontrollsystem

Es gibt neue Statistiken zur Hygiene in deutschen Lebensmittelbetrieben. Sie stammen vom Bundesamt für Verbraucherschutz (BVL). Kontrolleure hatten in 2010 rund 530.000 Betriebe untersucht, bei 26 Prozent stellten sie Verstöße fest und leiteten Maßnahmen ein.

Foodwatch kritisiert das deutsche Kontrollsystem. Dass die Kontrolleure wie jedes Jahr jeden vierten Betrieb beanstanden mussten belege eindrucksvoll, dass das „geheimniskrämerische“ Kontrollsystem scheitert. Foodwatch schlägt vor, die Ergebnisse der Kontrollen direkt am Eingang von Gaststätten, Bäckereien und Supermärkten anzubringen. Erst dann habe der Kunde die Möglichkeit, zwischen guten und schlechten Betrieben zu unterscheiden. Ob mit einer Hygiene-Ampel oder dem dänischen Smiley-System, das ist der Verbraucherorganisation egal.

Verbraucher beobachten kritischer denn je, wie Thekenmitarbeiter mit Lebensmitteln umgehen, erklärt der Bizerba Hygiene-Experte Ralf Steinhilber. Besonders wichtig sei es, hygienisch zu schneiden.  Der Kunde selbst müsse das Gefühl haben, die Schneidemaschine problemlos reinigen zu können. Moderne Geräte seien deshalb so konstruiert, dass sich alle Komponenten bequem erreichen und reinigen oder schnell demontieren ließen.

Und worauf achten Sie, wenn Sie einkaufen?